Kurz gesagt: Eine Handwerker-Website muss drei Dinge schaffen: in Sekunden zeigen, was du machst und wo, Vertrauen aufbauen und den Anruf leicht machen. Dazu kommen Pflichtseiten wie Impressum und Datenschutzerklärung. Alles andere ist Kür. Die Checkliste unten zeigt, was wirklich drauf muss.
Die ersten fünf Sekunden: Gewerk, Ort, Telefon
Besucher kommen mit einer konkreten Frage: Macht dieser Betrieb das, was ich brauche, und kommt er zu mir? Beantworte das ganz oben auf der Startseite, ohne dass jemand scrollen muss.
- Gewerk und Ort in der Überschrift: „Elektriker in Witten“ sagt mehr als „Ihr Partner für Qualität“.
- Telefonnummer als Link: Auf dem Handy reicht dann ein Tippen zum Anrufen. Die Nummer gehört in den Kopfbereich, nicht nur ins Impressum.
- Erreichbarkeit: Wann bist du ans Telefon zu bekommen? Gibt es einen Notdienst? Wenn ja, mit welchen Zeiten und Bedingungen?
- Einzugsgebiet: Nenne die Orte und Stadtteile, in denen du arbeitest. Das hilft Kunden und Google gleichermaßen.
Leistungen: eine Seite pro Schwerpunkt
Eine lange Liste mit 30 Stichpunkten liest niemand. Besser: Für jeden Schwerpunkt eine eigene Seite. Ein Sanitärbetrieb hat zum Beispiel getrennte Seiten für Badsanierung, Heizung und Wartung. So findet jemand, der „Badsanierung Bochum“ sucht, direkt die passende Seite.
Auf jede Leistungsseite gehört:
- was genau du machst und was nicht,
- wie ein Auftrag abläuft, vom ersten Anruf bis zur Abnahme,
- Fotos von eigenen Arbeiten statt Stockbildern,
- ein Hinweis zu Kosten, wenn möglich. Eine grobe Spanne oder die Faktoren, die den Preis bestimmen, nehmen Kunden die Hemmung anzurufen.
Vertrauen: zeigen statt behaupten
Wer jemanden ins Haus lässt, will wissen, mit wem er es zu tun hat. Floskeln wie „zuverlässig und kompetent“ helfen dabei nicht. Konkrete Belege schon.
- Team mit Gesicht: Ein Foto vom Inhaber und vom Team. Kunden sehen, wer klingelt.
- Qualifikation: Meisterbetrieb, Innungsmitglied, Fachbetrieb für bestimmte Systeme. Nur nennen, was stimmt.
- Projekte: Vorher-nachher-Bilder mit zwei Sätzen zur Aufgabe. Frag Kunden vorher, ob du Fotos aus ihrem Haus zeigen darfst.
- Bewertungen: Verlinke dein Google-Unternehmensprofil. Echte Bewertungen dort wirken stärker als ausgewählte Zitate auf der eigenen Seite.
- Geschichte: Seit wann gibt es den Betrieb? Familienbetrieb in welcher Generation? Zwei, drei Sätze reichen.
Pflichtseiten: Impressum und Datenschutz
Jede geschäftliche Website braucht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Beide verlinkst du im Fußbereich jeder Seite. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks empfiehlt, dass das Impressum nach spätestens zwei Klicks erreichbar ist (ZDH, Praxis Recht Impressumspflicht). Was genau hineingehört, steht in unserem Ratgeber zum Impressum für kleine Unternehmen.
Ob du zusätzlich einen Cookie-Banner brauchst, hängt davon ab, welche Dienste deine Seite einbindet. Oft geht es ohne, wenn du auf Tracking und eingebettete Fremdinhalte verzichtest. Details stehen im Artikel Cookie-Banner: Wann brauchst du einen?
Bietest du Online-Terminbuchung oder einen Shop für Privatkunden an, prüf außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Für eine reine Infoseite gilt es nicht. Mehr dazu im Ratgeber Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Lokal gefunden werden
Wer „Dachdecker in der Nähe“ sucht, sieht zuerst die Karte mit Google-Einträgen. Google nennt drei Faktoren für die lokale Reihenfolge: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Für ein besseres Ranking bezahlen kann man laut Google nicht (Google-Hilfe: Lokales Ranking verbessern).
Deine Website und dein Google-Unternehmensprofil arbeiten zusammen. Name, Adresse und Telefonnummer sollten auf beiden exakt gleich sein. Wie du das Profil anlegst und bestätigst, erklärt der Ratgeber Google-Unternehmensprofil einrichten.
Karriere: Fachkräfte und Azubis
Wenn du Leute suchst, ist die Website oft die erste Station für Bewerber. Eine eigene Seite „Jobs“ oder „Ausbildung“ lohnt sich deshalb fast immer. Schreib dort, wie ein Arbeitstag aussieht, was du bietest (Arbeitszeiten, Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung) und wie man sich bewirbt. Ein kurzer Weg hilft: Anruf, WhatsApp oder ein Formular mit drei Feldern statt Anschreiben und Lebenslauf.
Technik: mobil, schnell, gepflegt
- Mobil zuerst: Prüf deine Seite auf dem eigenen Handy. Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Ist der Anruf-Button mit dem Daumen gut erreichbar?
- Ladezeit: Große Fotos verkleinern. Ein Handyfoto mit mehreren Megabyte bremst die Seite.
- HTTPS: Die Adresse beginnt mit https, der Browser zeigt keine Warnung.
- Updates und Backups: Ein Content-Management-System wie WordPress braucht regelmäßige Updates. Sonst wird die Seite angreifbar.
- Aktuelle Inhalte: Alte Öffnungszeiten, ein Mitarbeiter, der längst weg ist, oder „Neu: unser Angebot 2021“ wirken schlechter als gar keine Angabe.
Die Checkliste zum Abhaken
| Punkt | Wo | Warum |
|---|---|---|
| Gewerk und Ort in der Hauptüberschrift | Startseite oben | Besucher und Google verstehen sofort, worum es geht |
| Telefonnummer zum Antippen | Kopfbereich, jede Seite | Viele Kunden rufen lieber an, als zu schreiben |
| Einzugsgebiet mit Orten und Stadtteilen | Startseite und Kontakt | Kunden sehen, ob du zu ihnen kommst |
| Eine Seite je Leistungsschwerpunkt | Menü „Leistungen“ | Passende Treffer für konkrete Suchen |
| Eigene Fotos von Team und Projekten | Startseite, Leistungen, Über uns | Vertrauen durch echte Belege |
| Link zu Google-Bewertungen | Startseite oder Kontakt | Unabhängige Meinungen |
| Jobs und Ausbildung | Eigene Seite | Bewerber finden dich direkt |
| Impressum und Datenschutzerklärung | Fußbereich, jede Seite | Gesetzliche Pflicht |
| Mobil lesbar, schnell, HTTPS | Ganze Website | Viele Besucher kommen über das Handy |
| Name, Adresse, Telefon identisch mit Google-Profil | Website und Unternehmensprofil | Einheitliche Daten für die lokale Suche |
Häufige Fragen
Wie viele Seiten braucht eine Handwerker-Website?
Für die meisten Betriebe reichen vier bis acht Seiten: Startseite, zwei bis vier Leistungsseiten, Über uns, Kontakt und Jobs. Dazu kommen Impressum und Datenschutzerklärung. Mehr Seiten lohnen sich nur, wenn du sie auch pflegst.
Brauche ich ein Kontaktformular?
Nicht zwingend. Viele Kunden rufen lieber an. Ein kurzes Formular hilft aber denen, die abends anfragen oder Fotos vom Schaden mitschicken wollen. Halte es knapp: Name, Telefon, Anliegen, optional ein Foto.
Soll ich Preise auf die Website schreiben?
Feste Preise sind im Handwerk oft schwierig. Eine Spanne oder eine Erklärung, wovon der Preis abhängt, hilft trotzdem. Wer schon vorher eine grobe Vorstellung hat, ruft eher an und ist beim Angebot weniger überrascht.
Reicht nicht ein Google-Eintrag ohne Website?
Ein Google-Unternehmensprofil ist ein guter Anfang. Platz für Leistungen, Projekte, Ablauf und Stellenanzeigen hat es aber kaum. Außerdem bestimmt Google, wie dein Eintrag aussieht. Auf der eigenen Website entscheidest du selbst.
Wie schlägt sich deine Seite?
Wir gehen die Checkliste mit deiner aktuellen Website durch. Oder du schaust dir an, wie wir Websites für Handwerker umsetzen.