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Studie: So steht es um die Websites kleiner Betriebe im Ruhrgebiet (2026)

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Kurz gesagt: Wir haben im Oktober 2026 die Websites von 298 kleinen Betrieben aus 16 Städten im Ruhrgebiet automatisch geprüft, vom Elektriker über die Pizzeria bis zur Steuerkanzlei. Ergebnis: Fast jede fünfte Startseite war nicht sauber über eine sichere Verbindung erreichbar. 42 Prozent geben Google keine brauchbare Beschreibung mit, und auf mehr als der Hälfte lässt sich die Telefonnummer am Handy nicht antippen. Die gute Nachricht: Fast alles davon lässt sich mit wenig Aufwand beheben.

Die wichtigsten Ergebnisse

Bilder ohne Beschreibung (mind. eins auf der Startseite)72 %
Keine Firmendaten für Google hinterlegt69 %
Telefonnummer am Handy nicht antippbar56 %
Keine brauchbare Beschreibung für Google42 %
Kein Kontakt mit einem Klick auf der Startseite30 %
Startseite nicht sauber per HTTPS erreichbar*19 %
Google Fonts direkt von Google geladen16 %
Impressum oder Datenschutz nicht verlinkt13 %
Nicht fürs Smartphone eingerichtet9 %

Basis: 241 erreichbare Startseiten. *Basis: alle 298 geprüften Websites.

Jede fünfte Seite hat ein Problem mit der sicheren Verbindung

57 der 298 Websites (19 Prozent) ließen sich nicht sauber über HTTPS aufrufen. Bei 34 lag es an der Verschlüsselung selbst: Das Zertifikat war abgelaufen, selbst ausgestellt oder passte nicht zur Adresse, oder der Server sprach ein veraltetes Verschlüsselungsverfahren. 24 Seiten funktionierten nur noch über das unsichere http. Der Rest war gar nicht erreichbar, blockierte automatische Abrufe oder lieferte eine Fehlerseite.

Für Besucher heißt das: Der Browser zeigt eine Warnung wie „Diese Verbindung ist nicht sicher“, und die meisten klicken dann weg. Auch bei den erreichbaren Seiten fehlte bei 13 Prozent die automatische Weiterleitung von http auf https. Wer die Adresse ohne „https“ eintippt, landet dann auf einer unsicheren Version.

Google bekommt zu wenig Futter

42 Prozent der Startseiten fehlt ein ordentlicher Seitentitel mit Beschreibung. Google schreibt sich die Vorschau in den Suchergebnissen dann selbst zusammen, oft aus Menüpunkten oder Cookie-Hinweisen. Noch deutlicher: 69 Prozent hinterlegen ihre Firmendaten nicht in maschinenlesbarer Form (strukturierte Daten). Adresse, Öffnungszeiten und Art des Betriebs muss Google dann erraten. Wie das zusammen mit dem Google-Eintrag funktioniert, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil einrichten.

Bei der Überschriftenstruktur sieht es gemischt aus: Nur gut die Hälfte (51 Prozent) hat genau eine Hauptüberschrift. Das ist kein Weltuntergang, hilft Google und Screenreadern aber beim Verstehen der Seite.

Am Handy wird es umständlich

Fast alle Seiten sind inzwischen grundsätzlich fürs Smartphone eingerichtet, nur 9 Prozent nicht. Auffällig: Bei Kanzleien und Beratern war es fast jede fünfte Seite (19 Prozent). Der Haken liegt woanders. Auf 56 Prozent der Startseiten ist die Telefonnummer kein antippbarer Link. Am Handy heißt das: Nummer merken, App wechseln, abtippen. Und auf 30 Prozent der Startseiten gibt es überhaupt keinen Kontakt mit einem Klick, also weder Telefon-Link noch E-Mail-Link, Formular oder WhatsApp.

Was auf eine Handwerker-Website gehört, damit Kunden schnell anrufen oder anfragen, steht in unserer Checkliste.

Datenschutz und Recht: kleine Lücken, teure Folgen

16 Prozent der Seiten laden Schriften direkt von Google-Servern. Damit wird beim Aufruf die IP-Adresse des Besuchers an Google übertragen. Das Landgericht München hat dafür 2022 Schadensersatz zugesprochen, danach gab es eine Welle von Abmahnschreiben. Die Lösung ist einfach: Schriften auf dem eigenen Server ablegen.

Rund jede sechste Seite bindet Tracking- oder Werbedienste ein, etwa Google Analytics oder das Meta-Pixel. Bei einem Viertel davon war kein Cookie-Banner zu erkennen. Ähnlich bei eingebetteten Karten, Videos und reCAPTCHA. In der Gastronomie war dieses Muster besonders häufig. Bei 13 Prozent der Startseiten fanden wir keinen Link zu Impressum oder Datenschutzerklärung. Wann ein Banner wirklich nötig ist, erklärt der Ratgeber Cookie-Banner: Wann brauchst du einen?

Barrierefreiheit: Bilder ohne Beschreibung

Auf 72 Prozent der Startseiten hat mindestens ein Bild keine Bildbeschreibung (Alt-Text). Menschen mit Screenreader erfahren dann nicht, was zu sehen ist, und Google versteht die Bilder schlechter. In der Gastronomie waren es sogar 81 Prozent. Welche Pflichten das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz kleinen Betrieben tatsächlich auferlegt, steht im Ratgeber BFSG: Betrifft es meine Website?

Womit die Seiten gebaut sind

39 Prozent der Websites laufen mit WordPress. Baukästen wie Jimdo, Wix oder IONOS kamen zusammen auf rund 6 Prozent, TYPO3 und Joomla auf je knapp 4 Prozent. Bei 46 Prozent war das System von außen nicht eindeutig zu erkennen. Von den WordPress-Seiten, die ihre Version verraten, lief gut ein Viertel nicht auf dem aktuellen Stand. Das ist eine kleine Gruppe (16 Seiten), zeigt aber: Updates bleiben im Alltag oft liegen.

Die drei schnellsten Verbesserungen

  1. Sichere Verbindung prüfen: Deine Adresse einmal mit und ohne „https://“ und mit und ohne „www“ aufrufen. Taucht irgendwo eine Warnung auf, muss dein Hoster das Zertifikat erneuern oder die Weiterleitung einrichten.
  2. Telefonnummer antippbar machen: Die Nummer als Link einbauen, am besten oben im Kopfbereich. Das dauert Minuten und bringt mehr Anrufe vom Handy.
  3. Titel und Beschreibung setzen: Für die Startseite einen Titel mit Gewerk und Ort und eine Beschreibung von rund 150 Zeichen. So bestimmst du selbst, was bei Google steht.

So sind wir vorgegangen

Grundlage sind 6.725 Betriebe mit eingetragener Website aus der freien Kartendatenbank OpenStreetMap, in 16 Städten des Ruhrgebiets und am Ruhrrand: Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Hattingen, Herdecke, Herne, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Recklinghausen, Sprockhövel, Unna, Wetter (Ruhr) und Witten. Daraus haben wir eine Stichprobe von 298 Websites gezogen, gleichmäßig verteilt über Städte und sechs Branchengruppen: Handwerk, Gastronomie, Gesundheit und Beauty, Kanzleien und Beratung, Handel und Dienstleistung. Filialketten, Konzerne, Vereine und Behörden haben wir ausgeschlossen.

Geprüft wurde am 31. Oktober 2026 jeweils nur die Startseite, automatisiert und mit einem einzigen Abruf pro Website. Ausgewertet haben wir den ausgelieferten Quelltext. Was erst durch Skripte nachgeladen wird, kann dabei fehlen. Die Werte sind deshalb als gute Annäherung zu verstehen, nicht als Einzelgutachten. Betriebe in OpenStreetMap sind tendenziell etwas digitaler als der Durchschnitt, die tatsächliche Lage dürfte also eher schlechter sein. Einzelne Betriebe nennen wir nicht.

Häufige Fragen

Ist meine Website in der Studie?

Das verraten wir nicht. Wir veröffentlichen nur zusammengefasste Zahlen. Wenn du wissen willst, wie deine Seite abschneidet, prüf sie kostenlos im Website-Check. Dort testen wir dieselben Punkte und zusätzlich die Ladezeit.

Darf ich die Zahlen verwenden?

Gern, mit Quellenangabe „POTTRA Website-Studie Ruhrgebiet 2026“ und einem Link auf diese Seite. Für Presseanfragen und weitere Auswertungen nach Branche schreib uns.

Warum fehlt die Ladezeit?

Die Messung der Ladezeit am Smartphone ergänzen wir in den nächsten Tagen. Diese Seite wird dann aktualisiert.

Wie schneidet deine Seite ab?

Der Website-Check prüft deine Startseite in unter einer Minute, kostenlos und ohne Anmeldung.