Kurz gesagt: Stell deine Speisekarte als Text auf eine eigene Seite deiner Website. Auf dem Handy liest sie sich besser, du änderst sie schneller, und du kannst sie in deinem Google-Profil verlinken. Ein PDF ist als zusätzlicher Download in Ordnung, aber nicht als einzige Version. Allergene gehören in beiden Fällen sauber gekennzeichnet dazu.
PDF oder Text im Vergleich
| Text auf der Website | ||
|---|---|---|
| Auf dem Handy | Zoomen und seitlich wischen, oft lange Ladezeit | Passt sich dem Bildschirm an, lesbar ohne Zoomen |
| Ändern | Datei neu erstellen und hochladen, oft beim Grafiker | Preis oder Gericht direkt im Editor ändern |
| Wird indexiert, erscheint aber als Datei ohne Seitenrahmen | Normale Seite mit Navigation, Öffnungszeiten und Kontakt | |
| Barrierefreiheit | Für Screenreader oft schwer lesbar, wenn nicht sauber angelegt | Mit Überschriften und Listen gut vorlesbar |
| Drucken und Gestaltung | Sieht aus wie die Karte im Lokal | Schlichter, folgt dem Design der Website |
Das PDF hat also einen Vorteil: Es sieht aus wie deine gedruckte Karte. Für alles andere ist Text besser. Die Lösung ist einfach: Text als Hauptversion, das PDF als Link darunter für alle, die drucken wollen.
Findet Google deine Gerichte?
Google kann PDF-Dateien lesen und indexieren (Google Search Central: Indexierbare Dateitypen). Ein PDF wird also nicht ignoriert. Das gilt aber nur, wenn das PDF echten Text enthält. Ist die Karte ein eingescanntes Foto oder eine reine Grafik, steht für Google dort im schlimmsten Fall nichts Lesbares.
Der größere Unterschied liegt beim Besucher. Wer auf ein PDF in den Suchergebnissen tippt, landet in einer Datei ohne Menü, ohne Telefonnummer, ohne Reservierungslink. Bei einer Textseite sieht er deine Website mit allem, was er für den Besuch braucht.
Schreib die Gerichte so, wie Gäste danach suchen. „Schnitzel Wiener Art mit Bratkartoffeln“ findet man leichter als „Klassiker vom Kalb“ ohne weitere Beschreibung. Ein kurzer Satz pro Gericht reicht.
Allergene: Was gilt
Für Speisen, die du im Lokal ausgibst, musst du über 14 Hauptallergene informieren, zum Beispiel glutenhaltiges Getreide, Eier, Milch, Nüsse oder Sellerie. Die Liste steht in Anhang II der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Wie du das bei unverpackter Ware umsetzen darfst, regelt in Deutschland § 4 der Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV).
Nach einem Merkblatt der Lebensmittelüberwachung Münster sind unter anderem diese Wege zulässig (Stadt Münster, Merkblatt 75):
- in der Speisekarte, auch mit Fußnoten,
- als Aushang im Lokal,
- als schriftliche oder elektronische Information, wenn sie leicht zugänglich ist und im Lokal darauf hingewiesen wird,
- mündlich, wenn eine schriftliche Aufzeichnung leicht zugänglich vorliegt.
Die Information muss vor dem Kauf zur Verfügung stehen. Für Zusatzstoffe gilt laut Merkblatt derselbe Weg wie für Allergene.
Online bestellen ist ein Sonderfall
Nimmst du über deine Website Bestellungen an, etwa für Abholung oder Lieferung, gilt der Fernabsatz. Dann müssen die Pflichtangaben, also auch die Allergene, nach Art. 14 LMIV schon vor Abschluss der Bestellung verfügbar sein und spätestens bei der Lieferung (Art. 14 LMIV). Die Online-Karte ist dann nicht mehr nur Werbung, sondern Teil des Bestellvorgangs.
Zeigst du die Karte nur zur Information und Gäste bestellen im Lokal, greift die Kennzeichnung dort. Trotzdem lohnt es sich, die Allergene auch online anzugeben. Gäste mit Unverträglichkeit sehen so schon vor dem Besuch, ob sie bei dir etwas finden.
Praktisch umsetzen
- Kürzel hinter dem Gericht, zum Beispiel „A, C, G“, mit einer Legende am Ende der Seite.
- Kürzel als Text, nicht als Bild. Sonst kann sie kein Screenreader vorlesen.
- Die Online-Karte und die Karte im Lokal stimmen überein. Änderst du ein Rezept, änderst du beide.
- Ein Datum „Stand: …“ unter der Karte zeigt, dass sie aktuell ist.
So liest sich die Karte gut auf dem Handy
- Kategorien als Überschriften: Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts, Getränke. Bei langen Karten helfen Sprungmarken oben.
- Preis in derselben Zeile: Gast sucht Gericht und Preis zusammen, nicht in zwei Spalten.
- Kurze Beschreibung: Hauptzutaten und Beilage. Lange Geschichten zum Gericht passen besser auf eine eigene Seite.
- Mittagstisch und Saisonkarte getrennt: Was sich jede Woche ändert, bekommt einen eigenen Bereich. So musst du nicht jedes Mal die ganze Karte anfassen.
- Wichtiges direkt neben der Karte: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Link zur Reservierung.
Die Speisekarte bei Google
Im Google-Unternehmensprofil haben Gastronomiebetriebe zwei Möglichkeiten. Du kannst über „Speisekarte bearbeiten“ Gerichte direkt im Profil anlegen. Oder du trägst unter den Kontaktangaben einen Link zur Speisekarte ein, der auf die Seite deiner Website führt. Änderungen im Profil können laut Google 24 bis 48 Stunden brauchen, bis sie sichtbar sind (Google-Hilfe: Speisekarten-Editor).
Der Link auf die eigene Website hat einen Vorteil: Du pflegst die Karte nur an einer Stelle. Wie du das Profil insgesamt einrichtest, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil einrichten.
Häufige Fragen
Darf ich nur ein Foto der Speisekarte hochladen?
Verboten ist es nicht. Ein Foto ist aber auf dem Handy schwer lesbar, Google kann den Text kaum auswerten, und Screenreader lesen nichts vor. Als Ergänzung zur Textversion ist ein Foto in Ordnung.
Muss ich die Allergene online angeben, wenn ich keine Bestellungen annehme?
Bei einer reinen Infokarte ohne Bestellung findet die Information im Lokal statt, so verstehen wir die Regeln. Online angeben ist trotzdem sinnvoll. Wenn du über die Website Bestellungen annimmst, müssen die Angaben vor der Bestellung sichtbar sein. Frag im Zweifel deine Lebensmittelüberwachung.
Wie oft sollte ich die Online-Karte aktualisieren?
Immer dann, wenn sich im Lokal etwas ändert. Ein falscher Preis online führt zu Diskussionen am Tisch. Plane die Änderung am besten gleich mit ein, wenn du die gedruckte Karte neu machst.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte zur Allergenkennzeichnung wende dich an die Lebensmittelüberwachung deiner Stadt oder deines Kreises.
Neue Karte? Markier es einfach.
Bei POTTRA markierst du Änderungen direkt auf deiner Website, wir setzen sie um. Sieh dir an, wie unsere Websites für Gastronomie aufgebaut sind.